Samstag, 8. Oktober 2011

Hobelmesser schleifen







Lieben Holzfreunde

heute geht es um das Schärfen von Hobeleisen. Dies ist ein Thema, wo es viele Mythen und noch mehr Theorien gibt. Ich habe auch fast alle Theorien ausprobiert. Freihändig schleifen und mit Lehre, Tormek und Schleifbock sowie Bandschleifer. Natürlich habe ich die Videos von FWW verschlungen, wo ein Garrett Hack lässig freihändig die Stechbeitel schärfte. Natürlich auf einem Ölstein, ohne abzurichten. Ich habe dann lernen müssen, daß ich bei entsprechendem Aufkommen das freihändige Schärfen ordentlich hinbekomme, aber sobald man etwas Pause macht, schleichen sich Fehler ein. Nun, ich bin weder Garrett Hack, noch ein professioneller Holzwerker, also mußte ich meinen eigenen Weg finden. Friedrich K., der mir die ersten Gehversuche mit den japanischen Wassersteinen beibrachte, bringt es wie so häufig, sehr einprägsam auf den Punkt: "Wichtig ist an der Schneide". So machen wir uns an die Arbeit.

Hier stehen die Kanditaten:

LN 5 1/2
LN 4
LN Blockhobel

Die ersten beiden sind normale Hobel (Fase ist unten) der Blockhobel ist ein Flachwinkler (Fase oben).

Die Eisen sind ausgebaut und wir erkennen, das das 5 1/2 und 4 er Eisen eine neue 25 Grad Hauptphase benötigt, damit man sich mit der 30 Grad Microphase einen Wolf schärft. Das Flachwinkeleisen geht noch so.
Also werden die normalen Hobeleisen für die Tormek vorbereitet. Damit ich genau erkenne, wo der Schleifstein abnimmt, wird die Fase geschwärzt.

Dann wird das Eisen auf der Tormek mit 25 Grad einerichtet.
und der erste Schliff wird kontrolliert. Alles im grünen Bereich.

Der Schleifprozess, ältere Leute - wie ich - sollten sich einen Stuhl besorgen.
Und fertig ist die 25 Grad Fase. Man erkennt, nicht rechtwinklig und nicht ganz bis zur Spitze. Rechtwinklig habe ich auf der Tormek nie geschafft, deshalb habe ich dieses teuere Teil eine zeitlang gehasst. Aber wir erinnern uns: Wichtig ist an der Schneide und das bekommen wir händisch mit den Wassersteinen hin (und auch rechtwinklig).


Die Arbeit mit der Tormek ist vorbei. Also Wasser aus dem Tank sonst saugt sich der Stein einseitig voll und das kann auf das Lager gehen, abwischen und verstauen.



Jetzt kommen die Wassersteine an der Reihe und zwar ein 800er und 8000er (Marke habe ich gerade nicht im Kopf). Da wir mit Lehren arbeiten, müssen die Steine gerichtet werden. David Charlesworth hat mit der Bleistiftmethode gearbeitet. Die Steine werden mit einem Bleistift markiert.

Und anschließend geglättet. Hier finde ich Friedrichs Klinkermethode zu umständlich. Ich hatte früher eine geschlizte Fensterbank und nun eine Richtplatte von Dieter Schmid.
Voila, so sollte es aussehen. Ach ja, meine Steine liegen immer im Wasser und sind somit immer einsatzbereit.
Ich arbeite mit zwei Schleifführungen und zwar Richard Kell (für schmalere) und Eclipse (für breitere). Die vielgerühmte Veritas MK II habe ich auch, aber die ist nichts für mich und ich kenne keinen professionellen Holzwerker, der sie benutzt. Die wichtigsten Winkel sind aufgeschraubt und mehr brauche ich nicht.

Wir fangen mit dem Blockhobeleisen an. Das ist schmal, also die Richard Kell Führung und wir schleifen auf 30 grad.

Zuerst auf den groben 800 bis ein feiner Grad entsteht.Dauert nicht lange und wir können gleich auf den 8000er
Dann nehmen wir die Rückenseite. Bei den Blockhobeln mache ich keine Rücken- und auch keine Microphase. Warum? Ich habe die Notwendigkeit noch nicht erkannt.

Jetzt geht es mit den breiteren Bankhobeleisen weiter. Also die Eclipseführung und wieder 30 Grad.
Wieder wird mit 800 gestartet
Anschließend der 8000 er. Bitte die Spiegelung der Rückseite beachten.

Bei den Bankhobeln mache ich grundsätzlich eine Rückenfase von ca. 5 Grad. Die stelle ich ohne Führung auf dem 8000er her

Nach drei Eisen sieht der Schleifplatz so aus:

Und die Eisen so:









Auch ich kann es nicht lassen, die Schärfe muß überprüft werden:

Das Resultat ist ein ziemlich glatter Unterarm.


Das Resultat hat überzeugt, aber wirklich aufschlußreich ist die 10 fach Lupe, die alle Ungenauigkeiten schonungslos aufdeckt. Ich danke Friedrich auch für diesen Tip und versuche einmal ein Foto durch die Lupe.

Bevor wir jetzt alles wieder zusammenbauen, werden die Metallteile poliert. Nicht nur das das Auge auch mithobelt, die mit Autopolitur behandelten Sohlen gleiten einfach besser und ich brauche seitdem kein Wachs mehr. Zuerst die Luftpistole.


Dann werden Korpus, Klappe und Spanabweiser poliert.





Anschließend sind die Hobel einsatzbereit.

Dies war jetzt eine ziemlich lange Fotostrecke, die hoffentlich hilft, bei dem einen oder anderen Problem, die ich natürlich auch gehabt habe, zu verhindern. Statt der Tormek nehme ich gelegentlich den Bandschleifer um die 25 Grad Fase schnell zu erlangen. Jedoch ist hier die Gefahr des Überhitzens groß und dafür sind die Eisen einfach zu teuer.

Natürlich gibt es noch viele andere Wege, die zu scharfen Schneiden führen. Es hat mir geholfen, eine gewisse Systematik einzuhalten, um nichts zu vergessen und relativ schnell und zuverlässig eine scharfe Schneide zu erlangen.

Im Prinzip ist Schärfen ein simpler Prozess, der zur unpassenden Zeit lästig, aber wenn erfolgreich durchgeführt, sehr befriedigend ist.

Immer daran denken: wichtig ist an der Schneide

Kommentare:

  1. Hallo!

    Welche Schleifhilfe meinst Du mit der Eclipse? Das ist ja augenscheinlich nicht die breite Schleifhilfe von Kell, oder doch?

    Liebe Grüße

    Thomas

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  2. bei der Tormek prüfe ich ganz genau ob das Eisen so in die Führung eingespannt ist, dass die obere Metallplatte auch wirklich ganz parallel zur unteren ist. Dann wird es auch rechtwinklig und ich kann dann direkt auf den 8000er.
    Probiers mal mit einer Schieblehre, bei mir hat es auf jeden Fall geholfen.

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  3. Hallo Berni,

    wie schleift man einen JUUMA Flachwinkel-Einhandhobel, Schnittwinkel38 ° (Hobelbett 13°) richti an. ich meine die Phase, rictig an.

    LG Thomas

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  4. Hallo Albrecht,

    den JUUMA kenne ich leider noch nicht. Von denen wird viel Positives berichtet. Gerne würde ich sie einmal mit den LN vergleichen. Grundsätzlich fällt mir auf, dass der Bettungswinkel um 1 Grad vom LN abweicht. Also LN 12 Grad und Juuma 13 Grad. Allerdings dürfte das für das Arbeiten unerheblich sein.

    Zu Deiner Frage: JUUMA, LN, LV - Dem Eisen ist es egal, schleife es so, wie oben beschrieben, Hauptsache es ist scharf. Es gehen natürlich auch andere Wege, aber ich habe mir den obigen ausgesucht.

    Viele Grüße
    Bernhard

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